Wandmalerei
Die Händler, die sich Mitte des ersten Jahrhunderts v. Chr. auf dem Magdalensberg ansiedelten, brachten die römische Baukultur und damit bautechnische Neuerungen in die Region. Sie kannten bereits den Mörtel, eine Masse zum Verbinden von Bausteinen, die aus gebranntem Kalk, Sand und Wasser hergestellt wird und an der Luft aushärtet. Die römische Mörteltechnik ermöglichte die Herstellung von stabilen Steinmauern, Mauerbögen und Gewölben. Außen- und Innenwände der Steinbauten waren verputzt. Das ist im Ausgrabungsgelände auf dem Magdalensberg jetzt nur noch an wenigen Stellen sichtbar.
Im Innenraum verwendete man besondere Feinputze aus Marmormehl, auf denen wandernde Künstler bunte und dauerhafte Wandmalereien (Fresken) anfertigten. Die Dächer einfacher Wohnhäuser und Werkstätten waren mit Holzschindeln gedeckt, öffentliche Bauten und noble Privatvillen mit Tonziegeln. Der Großteil des Baumaterials wurde aus dem Schiefergestein vor Ort gewonnen. Weißer Marmor, roter Sandstein und Tuffstein wurden aus der Gegend um Villach, St. Veit und Völkermarkt geholt, was ein entsprechend organisiertes Transportwesen erforderte.
Die Anfertigung von Wandmalereien besorgten Fachkräfte, die in der Antike nicht als gefeierte Künstler sondern als gewöhnliche Handwerker galten. Für die Malereien wurden meist kräftige Farben verwendet, als Motive waren diverse Ornamente oder Figuren (meist mit mythologischem Hintergrund) beliebt. Für die Herstellung der Farben verwendete man unterschiedlichste natürliche Farbstoffe, die in Reibschalen aufbereitet wurden. Die ältesten Fresken vom Magdalensberg (sogenannter „Iphigenie-Komplex“, benannt nach der Sagengestalt) wurden zwischen 20 und 15 v. Chr. gemalt, sind von hoher Qualität und die bedeutendsten Wandmalereien im Ostalpenraum.
Wandmalereien werden zumeist in stark beschädigtem Zustand ausgegraben und müssen mit Geduld und Expertise restauriert und aus vielen Fragmenten wieder zusammengesetzt werden. Dabei bleiben oft große Flächen des „Puzzles“ leer.