Tempel oben
Vom Tempel der Siedlung am Magdalensberg ist nur mehr das Kellergeschoß und das Podium zu sehen. Ursprünglich war er ein imposanter Tempel, der mit Marmorplatten verkleidet und viele Meter hoch war. Die drei Kellerräume waren durch Türen miteinander verbunden und über eine an der Bergseite eingebaute Stiege zugänglich. Sie dienten als „Tresor“. Hier wurden öffentliche Gelder, wertvolle Gegenstände, liturgisches Gerät und Weihegaben sicher verwahrt. Theoretisch könnten sie auch der zeitweilige Aufbewahrungsort der in der römischen Stadt vom Magdalensberg gegossenen Goldbarren gewesen sein, bevor diese nach Rom in den Staatstresor im Tempel des Iupiter Stator am Forum Romanum zum Kaiser abtransportiert wurden.
Parallelen legen nahe, dass der Podiumtempel zwei sehr „römischen“ Gottheiten, nämlich der Roma, der Stadtgöttin Roms, und dem Divus Augustus, dem vergöttlichten Kaiser Augustus geweiht war. Der Kaiserkult ist ein „Staatskult“. Es wurden Zeichen gedeutet und festgehalten, wonach der verstorbene römische Kaiser in den Götterhimmel aufgenommen wurde und daher „vergöttlicht“ ist und als Gott kultisch verehrt wird. Da die Christen den Kaiserkult verweigerten, wurde dies als Angriff auf die römische Herrschaft gewertet und deshalb streng verfolgt.