Eisen
Norischer Stahl (ferrum Noricum) stellte ein bedeutendes, stark nachgefragtes Handelsgut dar. Dieser Umstand bewegte Händler aus dem östlichen Oberitalien sich am Magdalensberg niederzulassen und ein Emporium zu errichten. In der ersten Bauphase sind Grobschmieden direkt am Forum angelegt. Hier wurden Eisenluppen aus den nahegelegenen Verhüttungszentren ausgeschmiedet und zu Halb- und Fertigprodukten weiterverarbeitet. Antike Zentren für die Erzgewinnung sind im Görtschitztal und in Feldkirchen nachgewiesen. Beide Orte liegen ca. 20 km vom Magdalensberg entfernt. In der Frühzeit der Siedlung reihten sich an drei Seiten hallenartige Gebäude in Ständerbauweise um das Forum. Große Mengen an Holzkohle, Schlacken, Eisenluppen, Schmiedeabschlägen, Ofenresten im Inneren der Gebäude sprechen für Eisen verarbeitende Werkstätten. Schmelzgruben mit Holzbottich und Wasserrinne vervollständigen das Bild. Mit der Annexion Noricums 15 v. Chr. erfährt das Forum einen Umbau. Die erste Marktbasilika wird geschleift, zu den Eisenschmieden treten nun Bronzegießereien dazu. Nach dem Erdbeben 9 n. Chr. werden die direkt am Forum gelegenen Werkstätten nicht neu aufgebaut. Die metallverarbeitende Produktion verlegt sich an den Hang östliche des Forums an den Rand der Stadt. Die Ausgräber benennen die hier angetroffenen Gebäudereste als NG-Bauten, der Bereich selbst wird als Werkstättenviertel bezeichnet.