Öffentliches Bad

Hygiene, Sauberkeit, körperliches Wohlgefühl – wir würden heute wahrscheinlich „Wellness“ dazu sagen – spielen in der römischen Kultur eine wichtige Rolle. Bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. gibt es in vielen römischen Städten öffentliche Badeanlagen, sogenannte Thermen. Beeinflusst von der griechischen Badekultur verbreitete sich die Gewohnheit, nahezu täglich das öffentliche Bad aufzusuchen, über das gesamte Römische Imperium. Die Forumstherme war das erste Gebäude, das bei Beginn der systematischen Ausgrabungen Magdalensberg im Jahr 1948 ausgegraben und restauriert wurde. In dieser Zeit interpretierten die damaligen Ausgrabungsleiter Camillo Praschniker und Rudolf Egger den Gebäudekomplex als „Repräsentationsgebäude“ mit Sitzungssaal und Archivraum, als Sitz des norischen Landtages. Die aktuelle Deutung des Gebäudekomplexes als öffentliches Bad steht aber schon lange außer Zweifel. Die erste Bauperiode datiert ins erste vorchristliche Jahrhundert. Damit gehört die Forumstherme Magdalensberg zu den frühen Badeanlagen, die noch auf griechische Vorbilder zurückgreift. Parallelen finden sich im Hypokaustenbad von Olympia und in den Stabianer Thermen von Pompeji. Der Baukomplex besteht aus drei Räumen und Eingangskorridor und ist heute als Hauptmuseum des Archäologischen Parks eingerichtet.

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