Auf dem Weg in die Moderne

Geld, Geld, Geld

Auf dem Weg in die Moderne

Seit dem Beginn der Neuzeit um 1500 spiegelt die Münzprägung die allmähliche Entstehung des modernen Staates Österreich und gleichzeitig die Konsolidierung und Provinzwerdung Kärntens. Bis zum Ende der Monarchie 1918 war es die Zeit der Habsburgischen Münzprägung. Die Einführung des münzartigen Rechenpfennigs machte die neuzeitliche Form der Buchhaltung und Kostenrechnung möglich. Als neuer Faktor kam im 18. Jahrhundert das Papiergeld hinzu, was den Staatsbankrott Österreichs beschleunigte, aber auch zur Gründung der Nationalbank führte. International gesehen war der venezianische Dukat vom Hochmittelalter bis zu Beginn des 20. Jhs. in Europa eine der langlebigsten Münzen aller Zeiten und schuf die Voraussetzung für die Stellung Venedigs als führende Handelsmacht im 14. und 15. Jh.

Kärntner Münzschatz

Der adelige Mediziner Franz Ritter von Dreer zu Thurnhub wurde 1812 in Klagenfurt geboren und wirkte später als Primarius an der damaligen Irrenanstalt von Triest. Als passionierter Münzsammler erwarb er die umfangreichen Bestände des Octav von Vest, der während seiner Laufbahn als Marinearzt antike Münzen aus dem gesamten Mittelmeerraum gekauft hatte. Die Sammlung Dreer umfasst rund 5982 antike Münzen der Griechen und Römer, wobei die keltischen und persischen Prägungen zu den griechischen Münzen gezählt werden, die byzantinischen Prägungen dagegen zu den römischen. Dazu kommen 2999 neuzeitliche Münzen, 89 Medaillen und 21 Bleisiegel. Als Studien- und Forschungssammlung angelegt, ist sie bis heute von beeindruckender Schönheit und Geschlossenheit.

Dukat aus Venedig aus der Sammlung Dreer

Die Vorderseite dieser Goldmünze zeigt den heiligen Markus, der den vor ihm knienden Dogen mit der Kreuzfahne belehnt. Die Rückseite zeigt Christus in einer mandelförmigen Umrandung (Mandorla).

Kärntner Hochzeitspräsent die Erste

Anlässlich der Vermählung von Erzherzog Ferdinand und Maria Anna von Bayern am 23. April 1600 ließen die Kärntner Landstände in der Münzstätte Klagenfurt diese ansehnliche Präsentmedaille prägen. Der Entwurf für den Prägestempel dürfte noch vom berühmten Münzschneider Hans Gaißmair stammen. Die Vorderseite zeigt das Brustbild Ferdinands von rechts, barhäuptig und bärtig mit Halskrause im Harnisch und mit der Ordenskette vom Goldenen Vlies. Auf der Rückseite befindet sich das Kärntner Wappen, das mit dem Herzogshut bekrönt ist, in einer reich geschmückten Kartusche. Ausgerechnet der so geehrte Ferdinand ließ im Jahr 1622 die Münzstätte Klagenfurt schließen und in St. Veit weiterführen.

Kärntner Hochzeitspräsent die Zweite

Am 2. Februar 1622 heiratete der nunmehrige Kaiser Ferdinand II. in zweiter Ehe Prinzessin Eleonore von Mantua in Innsbruck. Anlässlich dieses Ereignisses gab die Stadt St. Veit diese Präsentmedaille in Auftrag, die allerdings wohl noch in der Münzstätte Klagenfurt von Donatus Starkh geschnitten wurde. Wenig später übernahm St. Veit die Prägetätigkeit selbst. Auf der Vorderseite der Medaille sind die gekrönten Brustbilder des Herrscherpaares übereinander zu sehen. Die Rückseite zeigt die Wappenschilde der Kronländer und Besitzungen mit Königskrone bzw. Herzoghut bedeckt. Zentral unten ist der heilige Vitus, der Patron von St. Veit, mit seinem Martyrium, dem Ölkessel, zu sehen.

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