Amphitheater Virunum

Die antike Stadt Virunum ...

Amphitheater Virunum

Das antike Virunum wurde als planmäßig angelegte Stadt auf dem Zollfeld unter Kaiser Claudius um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. in Nachfolge der Siedlung auf dem Magdalensberg gegründet. Virunum war Hauptstadt der römischen Provinz Noricum und verwaltete ein Territorium im Ausmaß von einem Drittel des heutigen österreichischen Staatsgebietes. In der Blütezeit des 1. und 2. Jahrhunderts bildete die Stadt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Südostalpenraumes. Ab 300 n. Chr. war Virunum Hauptstadt der verkleinerten Provinz Noricum mediterraneum. In der Völkerwanderungszeit im 6. Jahrhundert wurde die Stadt schließlich aufgegeben. Der Stadtplan von Virunum ist durch archäologische Grabungen und Luftbildaufnahmen rekonstruierbar und zeigt ein rechtwinkeliges Straßensystem mit regelmäßigen Wohnhausanlagen (Insulae), ein zentrales Forum mit Kapitoltempel sowie weitere öffentliche Bauten wie das Bühnen- und Amphitheater. Bis heute weitgehend unverbaut, stellt das antike Stadtgebiet von Virunum eine bedeutende Quelle zur Geschichte des Landes Kärnten dar, die es noch in vielfältiger Hinsicht zu erschließen gilt. Das Amphitheater ist das einzige Gebäude der Stadt Virunum, das restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Das längsovale Gebäude liegt auf einer 120 x 50 m messenden, künstlich durch antike Planierungsmaßnahmen geschaffenen Terrasse. Es handelt sich bei dem Bau um eine Holz-Stein-Konstruktion. Die rund 100 m lange und 30 m breite Arena war von zwei Mauerringen umgeben, zwischen denen hölzerne Sitztribünen installiert waren, die in sieben Reihen Platz für 3500 bis 4000 Besucher boten. Hier fanden die sogenannten munera, die Spiele statt. Sie begannen generell vormittags mit Tierhetzen. Höhepunkt und Abschluss bildeten die allerorts beliebten Gladiatorenzweikämpfe. Über einen unterirdischen Gang, den Besucher auch heute noch beschreiten können, „erschienen“ die Gladiatoren spektakulär im Zentrum der Arena und fanden sich gleich dem Nemeseum gegenüber, ein Heiligtum für die Schicksalsgöttin Nemesis. Im Nemeseum sind heute Renovierungsinschriften, Weihaltäre und Reliefs mit Tierkampfszenen ausgestellt.

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