Karl Malle
Karl Malle war 1938 Gendarmerie-Kommandant von St. Martin bei Klagenfurt.
27.02.1896 Talsdorf, St. Georgen am Längsee – 30.09.1974 Klagenfurt
Karl Malle war 1938 Gendarmerie-Kommandant von St. Martin bei Klagenfurt. Die NSDAP lehnte sein Aufnahmeansuchen ab, da sie ihn als Anhänger des christlich-sozialen Regimes betrachtete. Bis Mai 1945 versah er Dienst bei der Kripo in Klagenfurt, wo er bis 1943 für die „vorbeugende Verbrechensbekämpfung“ zuständig war. 1946 wurde er Leiter der Kripo Klagenfurt, wobei er sein Beitrittsansuchen zur NSDAP verschwieg. Zugleich stufte ihn die Landesregierung als Widerstandskämpfer ein. 1947 zeigte ihn die KPÖ an, weil er für die Verfolgung der Kärntner Sinti verantwortlich gewesen sei. Beigefügt war ein Protokoll von August Sommer. Seine 13-jährige Pflegetochter stammte aus einer Sinti-Familie, war ihm 1941 weggenommen und deportiert worden. Malle soll ihm erklärt haben, sie werde wie alle anderen „Zigeuner“ nicht mehr zurückkommen. Die Ermittlungen gegen Malle wurden bald eingestellt. Heute sind im ursprünglich 105 Seiten umfassenden Straftakt nur noch 26 vorhanden. Auch sein Personalakt wurde vernichtet. Seine Rolle bei der Verfolgung der Sinti:zze ist daher nur in Ansätzen rekonstruierbar.