INGEBORG BACHMANN - Biografie
Ingeborg Bachmann, geboren 1926 in Klagenfurt, gestorben 1973 in Rom
Ingeborg Bachmann, geboren 1926 in Klagenfurt, gestorben 1973 in Rom,
zählt zu den bedeutendsten Autor:innen der europäischen Literatur nach
1945. Ihr Schaffen ist wie kaum ein zweites mit dem Anspruch einer neuen
und wahrhaftigen Sprache verbunden, einer Sprache, die den herrschenden
Verhältnissen auf den Grund geht und gleichzeitig Möglichkeiten zu deren
Veränderung eröffnet. Sie publizierte Gedichte, Erzählungen, Hörspiele, Libretti,
Essays, Reportagen und einen Roman. Ihr umfangreiches Prosa-Projekt
„Todesarten“ blieb zu Lebzeiten großteils unveröffentlicht. Die Autorin wurde
vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden
(1959), dem Großen Österreichischen Staatspreis (1968) oder dem
Georg-Büchner-Preis (1964) als der höchsten literarischen Auszeichnung
im deutschsprachigen Raum.
Väterlicherseits stammte Ingeborg Bachmann aus dem Kärntner Gailtal.
Gemeinsam mit der Familie verbrachte sie die Sommermonate vielfach am
großelterlichen Tobaihof in Obervellach bei Hermagor, wo der Vater eine Zuhube
bzw. ein kleines Sommerhaus besaß. In ihrem literarischen Werk nahm
sie auf den Ort und die Dreiländerregion Bezug, so beispielsweise in der
Jugenderzählung „Das Honditschkreuz“ (1943/44), im „Kriegstagebuch“
(1944/1945) oder in dem Gedichtzyklus „Von einem Land, einem Fluß und
den Seen“ (1956). In der Prosa-Skizze „Biographisches“ aus dem Jahr 1952
bringt Ingeborg Bachmann ihr Bewusstein von Grenzen – und damit auch
die Sehnsucht nach deren Überwindung – mit der Herkunft aus dem Gailtal
in ursächlichen Zusammenhang.
Vor diesem Hintergrund sowie aus Anlass des 100. Geburtstagsjubiläums von
Ingeborg Bachmann im Jahr 2026 widmet das Gailtal Museum in Kooperation
mit dem kärnten.museum/Ingeborg Bachmann Haus Klagenfurt der berühmten
Schriftstellerin einen eigenen Ausstellungsraum. Objekte aus der Sammlung
Ingeborg Bachmann des Landes Kärnten/kärnten.museum sind, begleitet
von Text- und Bilddokumenten, in ständiger Schau zu sehen. Ergänzt durch
Faksimiles aus dem literarischen Nachlass der Autorin an der Österreichischen
Nationalbibliothek gibt die Ausstellung Einblick in die Gailtaler Herkunftswelt
ebenso wie in zentrale Aspekte von Leben und Werk Ingeborg Bachmanns.
Katharina Herzmansky, Kuratorin Ingeborg Bachmann Haus Klagenfurt