KRIEGSTAGEBUCH

Die Aufzeichnungen, die Ingeborg Bachmann von September 1944 bis zum Sommer 1945 ihrem Tagebuch anvertraut,

Die Aufzeichnungen, die Ingeborg Bachmann von September 1944 bis zum Sommer 1945 ihrem Tagebuch anvertraut, zählen zu den eindrücklichsten Zeugnissen jugendlicher Kriegserfahrung. Das als maschinschriftliche Abschrift überlieferte Textfragment wurde erst Anfang des 21. Jahrhunderts im Elternhaus in der Klagenfurter Henselstraße gefunden und 2010 unter dem Titel „Kriegstagebuch“, veröffentlicht. Es besteht aus zwei Teilen: Der erste geht auf die Zeit der Tieffliegerangriffe auf Klagenfurt ein, wo die jugendliche Verfasserin das letzte Kriegsjahr allein verbringt, die Matura ablegt und infolge die Lehrerbildungsanstalt besucht. Der Vater ist zu dieser Zeit im Krieg, die Mutter befindet sich mit den jüngeren Geschwistern in dem, was Bombardierungen betrifft, als sicherer geltenden Gailtal. Der zweite Teil „spielt“ nach Kriegsende 1945 im sommerlichen Obervellach, wohin sich nun auch Ingeborg Bachmann begeben hat. Sie genießt den Frieden und weiß, dass sie studieren will. Sie lernt den britischen Besatzungssoldaten Jack Hamesh, eigentlich Jakob Chaimisch, kennen, der als jüdisches Waisenkind über Umwege von Wien nach Palästina emigriert war. Die beiden finden über Lektüreerfahrungen zueinander, und Ingeborg erlebt, ungeachtet der materiellen Not der Zeit, den „schönsten Sommer ihres Lebens“.

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