DAS HONDITSCHKREUTZ

In der historischen Novelle „Das Honditschkreuz“ bezieht sich Ingeborg Bachmann auf die antinapoleonischen Befreiungskämpfe im Oberen Gailtal

In der historischen Novelle „Das Honditschkreuz“ bezieht sich Ingeborg Bachmann auf die antinapoleonischen Befreiungskämpfe im Oberen Gailtal. Der Titel verweist auf das gleichnamige Holzkreuz westlich von Hermagor, das an den Tod eines französischen Soldaten am 18. September 1813 erinnert. Protagonist der Novelle ist der Theologiestudent Franz Brandstetter, ein Bauernsohn aus der Gegend um Hermagor, der sich während eines Ferienaufenthalts einer Gruppe von Gailtaler Burschen im Widerstand gegen die Franzosen anschließt und dabei ebenfalls am 18. September 1813 zu Tode kommt. Ingeborg Bachmann hat den Text 1943 oder 1944 als ca. 17-jähriges Mädchen verfasst. Veröffentlicht wurde die mehr als einhundert Druckseiten umfassende Langerzählung posthum im Rahmen der Werkausgabe 1978 (Piper Verlag). Der Text besticht durch seine ausgereifte Handlungsführung, spannende Dramaturgie und sprachliche Gestaltung, die historische wie örtliche Besonderheiten aufgreift. Von Seiten der Kritik wurde die während des Zweiten Weltkriegs entstandene Novelle als Ausdruck der Freiheitsliebe und Widerständigkeit der jugendlichen Autorin, letztlich auch als eine ins historische Gewand gehüllte Kritik am herrschenden Nationalsozialismus gelesen.

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