„ECCO UN ARTISTA“ – SIEHE DA, DER KÜNSTLER/DIE KÜNSTLERIN Ingeborg Bachmann, Hommage an Maria Callas (©Piper 1978)
Ingeborg Bachmann begann nicht nur sehr früh zu schreiben, sondern auch auf dem Familienklavier in der Klagenfurter Henselstraße zu komponieren.
Ingeborg Bachmann begann nicht nur sehr früh zu schreiben,
sondern auch auf dem Familienklavier in der Klagenfurter
Henselstraße zu komponieren. Wiewohl sie das Komponieren
bereits als Jugendliche wieder aufgab, weil es den eigenen
Ansprüchen nicht genügte, spielte Musik in ihrem Leben und
Werk weiterhin eine zentrale Rolle.
Mit dem Komponisten Hans Werner Henze, der sie 1953 nach
Ischia und infolge nach Neapel eingeladen hatte, verband sie
über einige Jahre eine intensive künstlerische Lebensgemeinschaft.
Henze schrieb die Musik zu ihrem Hörspiel „Die Zikaden“
und vertonte mehrere Gedichte, Ingeborg Bachmann wiederum
verfasste einen neuen Text für die Ballettpantomime „Der Idiot“
sowie Libretti zu Henzes Opern „Der junge Lord“ und „Der Prinz
von Homburg“.
Ingeborg Bachmanns Werk ist aber auch per se musikalisch
geprägt. Ein Besuch der Generalprobe der „Traviata“ an der
Mailänder Scala, in der Regie von Luchino Visconti und mit der
mondänen Maria Callas in der Titelrolle, wurde zum Schlüsselerlebnis:
In der Unabdingbarkeit, mit welcher Maria Callas in
ihrer Kunst aufging, spiegelte sich für Ingeborg Bachmann die
eigene existentielle Situation als Künstlerin, eines Lebens „auf
der Rasierklinge“, das bereit ist, an und über Grenzen zu gehen.