Lebenswelt
Dieser Themenbereich ist allen Aspekten des täglichen Lebens gewidmet, soweit sie überhaupt greifbar und durch Objekte in der Klagenfurter Sammlung
Dieser Themenbereich ist allen Aspekten des täglichen Lebens gewidmet, soweit sie
überhaupt greifbar und durch Objekte in der Klagenfurter Sammlung dokumentiert sind:
Schminke und Schmuck zeigen das Streben längst vergangener Jahrhunderte nach
Attraktivität, Spiele erlauben einen leider nur punktuellen Einblick in die antike Freizeitgestaltung,
Amulette geben Hinweise auf die Sorge um die Gesundheit. Die Vielfalt der
Formen und Materialien von Amuletten belegt indirekt, dass die ägyptischen Vorstellungen
von Gesundheit, Krankheit und Gefährdung sehr dierenziert waren. Weil im Leben benutzte
Gegenstände mitunter den Verstorbenen ins Jenseits mitgegeben wurden, kann die Grenze
zwischen den Sphären der Lebenden und der Toten in der materiellen Hinterlassenschaft
verschwimmen, sodass eine Zuordnung oft nicht eindeutig ist.
SCHMINKE, SCHMUCK UND KLEIDUNG
Die Schminke hatte nicht nur einen modischen Aspekt, sondern wurde auch zu Hygiene- und Desinfektionszwecken
verwendet. Die Gefäße konnten verschiedene Formen annehmen, wie hier die des Gottes Bes.
Das Bedürfnis sich zu schmücken ist wohl so alt wie die Menschheit. Ägypten war keine Ausnahme.
Kränze, Ohrstecker oder Ohrringe, Halsketten, Kragen, Ringe, Gürtel, Arm- und Fußreifen bildeten die
häufigsten Accessoires. Die Grenzen zwischen Schmuck und magischem Schutz waren fließend.
Einem kontextlosen antiken Artefakt ist daher meist nicht anzusehen, welcher Aspekt bei ihm überwog.
BES, PATÄKEN, AMULETTE UND TAWARET
Amulette waren für die Lebenden von großem Nutzen, es wurde ihnen eine vermutete
Wirksamkeit aufgrund der Materialien und begleitende Sprüche zugeschrieben. Die
Bedeutung des Skarabäus wurde theologisch begründet, er ist oft mit Königsnamen zu
finden, vielleicht aufgrund einer Funktion bei Festen für den regierenden als auch für
frühere Könige. Exportiert wurden Skarabäen in den ganzen Mittelmeerraum und auch
imitiert.
TIERMUMIEN
Als Verkörperungen von Gottheiten waren Tiere
in Religion und Ritualhandlungen bedeutsam.
Die Ägypter gingen nämlich davon aus, dass der
Mensch sich bei Erhalt und ständiger Erneuerung
der Natur beteiligen müsse. Die Mumifizierung von
Tieren und der Kult zu ihrer Vergöttlichung zielten
darauf ab, sie in den rituellen Kreislauf von Tod,
Bestattung und Wiedergeburt einzubeziehen.
STELEN
Stelen sind eine wichtige Denkmälergattung
des alten Ägypten. Als Träger
z. B. königlicher Erlasse, historischer
Inschriften, nichtköniglicher Gedenkund
Totentexte, oft in Kombination mit
Darstellungen, waren Stelen zu allen
Zeiten sehr präsent. Abhängig von
Aufstellungskontext und Ressourcen
waren Stelen unterschiedlich groß und
verschieden qualitätvoll. Typische
Materialien sind Stein und Holz.
PTAH UND IMHOTEP
Der Gott Ptah (Fayence; Spätzeit; v. Vest; Inv. Nr. 117)
In seinem typischen enganliegenden Gewand ist der Schöpfergott Ptah
stehend dargestellt. Augen und Brauen waren eingelegt; Zepter verloren,
stellenweise restauriert. Der Text auf dem Rückenpfeiler lautet: „Worte
sprechen durch Ptah, den Schöngesichtigen, den König der Beiden Länder
(= Ägyptens), den großen Gott, den Herrn des Himmels, der alles Leben,
Dauer und Glück dem […] gibt.“
Imhotep (Bronze; Spätzeit; Obj. Nr. 263)
Der Baumeister der Stufenpyramide der 3. Dynastie von Saqqara, wurde
später als einer der großen Weisen der Vergangenheit verehrt und schließlich
zu einem Gott u. a. der Schreiber. Sie brachten ihm laut Text auf dem Schoß
eine Wasserspende aus ihren Schreibernäpfchen dar: „Wasser vom Näpfchen
eines jeden Schreiber für deinen Ka, Imhotep!“ Hier ist er wie so oft als
Lesender dargestellt.