Unter Tage
Das Kreuzbergl und damit auch der Stollen bestehen aus dem Gestein Grünschiefer.
Woraus besteht der Stollen?
Das Kreuzbergl und damit auch der Stollen
bestehen aus dem Gestein Grünschiefer. Dieses
entstand durch eine zweifache Umwandlung
(Metamorphose) der ozeanischen Ausgangsgesteine
Basalt und Mergel zu Amphibolit. Mit
der Alpenbildung wurde dieser zu Grünschiefer
umgewandelt. Dabei bildeten sich Minerale
wie Epidot und Chlorit, die dem Schiefer seine
grüne Farbe geben. In der letzten Eiszeit (Würm-
Kaltzeit) überprägten ausgedehnte Gletscher
die Landschaft der Alpen und formten auch das
Kreuzbergl in die heutige Gestalt.
Bauweise des Kreuzbergl- Stollens
Der Luftschutzstollen wurde wie im Bergbau mit Presslufthammern,
Eisen und Schlägel vorangetrieben. Auch
Sprengungen wurden vorgenommen, um die Gänge zu erweitern.
Spuren davon finden sich heute noch im Fels.
In den 1980er-Jahren erweiterte das hier im Stollen angesiedelte
Bergbaumuseum seine Ausstellungsfläche
um eine große Halle.
Wie wird Grünschiefer genutzt?
In Kärnten sind Grünschiefer weit verbreitet. Die frost- und
taubeständigen Bausteine sind gute Wärmeleiter, weswegen
Gebäude aus Grünschiefer schnell auskühlen. Besonders im
16. Jahrhundert wurden damit Kontraste zu hellen Putzfl ächen
und Marmoren gestaltet. Schachbrettmuster aus weißem
Marmor und grünen Schiefern fi nden sich in Kirchen und Schlössern.
In Klagenfurt wurde vor allem „Kreuzbergl-Schiefer”
verwendet, benannt nach dem Hausberg der Klagenfurter.
Heute fi nden sich dort viele Relikte ehemaliger Steinbrüche.
Der größte beherbergt den Botanischen Garten.
Bauten aus Grünschiefer in Klagenfurt
Viele Klagenfurter Bauten wurden aus Kreuzbergl-Schiefer
und anderen Steinen umliegender Steinbrüche errichtet.
Der Lindwurm-Brunnen am Neuen Platz stammt vermutlich
aus dem ehemaligen Steinbruch im Botanischen Garten.
Auch ohne Belege dafür, legt seine Länge von 7,50 Metern
aus einem einzigen Gesteinsblock dies nahe.
Quarzbänder
Das Gestein in der Stollenanlage weist immer wieder helle
Bänder auf. Dabei handelt es sich um Quarzbänder im Umwandlungsgestein,
dem Grünschiefer. Dieser war tief in der
Erdkruste versenkt, wo er unter hohem Druck und hoher
Temperatur stand. Bei der Umwandlung lösten sich Mineralien
und in der Schieferung bildeten sich Quarzbänder aus.
Begradigte Flüsse
Renaturierung
der Drau
Die Drau wurde ab der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts mittels befestigter Flussläufe
und Dämme begradigt. Die Obere Drau in
Kärnten steht seit 1998 unter Schutz. Im Zuge
von Renaturierungsprojekten wird sie wieder in
einen natürlichen, sich schlängelnden Fluss
mit Auenlandschaften umgewandelt.
Vorderberg Von der stark mäandrierenden Gail zwischen Görtschach und Vorderberg ist heute nichts mehr zu sehen. Die Gail wurde hier über mehrere Kilometer komplett begradigt und fl ießt nun ohne ausgedehnte natürliche Überschwemmungsmöglichkeiten kanalförmig zwischen hohen Dämmen.
Villach, Gail-Mündung in die Drau Die Ausdehnung der Stadt Villach ist nur durch das Begradigen der Gail in die Drau möglich geworden, um Flächen für Gewerbegebiete und Siedlungen zu gewinnen.
Molzbichl Die Drau unterhalb von Spittal an der Drau verläuft auch heute noch in Kurven. Diese sind aber abgefl acht. Inseln im Fluss verschwanden weitestgehend. Die ehemaligen Auen bilden heute fruchtbares Ackerland.
Linsendorf
Durch sich immer wieder verändernde
Schleifen in der Flussführung nahm
die Drau früher große Bereiche des
Rosentals ein. Ihr Altarm bei Linsendorf
zeugt von diesem natürlichen
Flussverlauf vor der Begradigung und
Aufstauung zur Energiegewinnung.
Tropfsteine
Stalagmiten und Stalaktiten sind
Tropfsteine, die sich in Höhlen und
auch in diesem Stollen bilden. Das Regenwasser
nimmt im Boden CO2 auf und
wird kohlensauer. Dadurch kann es Kalk
im Gestein lösen. Kommt das Wasser
über Spalten und Klüfte in Hohlräume,
verschiebt sich das Gleichgewicht wieder.
Unter Abgabe von Kohlenstoff dioxid
und Wasser bilden sich Tropfsteine.