Geschändete Grabdenkmäler

Vandalistische Übergriffe auf Grabdenkmäler

Im Juni 1945 betonte die Kärntner Landesregierung in einer Erklärung, dass sie „die großen Verdienste, die sich der slowenische Volksteil Kärntens bei der Bekämpfung der nationalsozialistischen Herrschaft erworben hat“, anerkenne. Teile der Bevölkerung sahen dies jedoch anders. 1947, unmittelbar nach seiner Einweihung, gab es erste vandalistische Übergriffe auf das Grabdenkmal am Friedhof St. Ruprecht bei Völkermarkt, weitere folgten. Als Reaktion auf die 1970 imposant und national ausgerichteten Abstimmungsfeierlichkeiten der Mehrheitsbevölkerung besann sich die slowenischsprachige Bevölkerung wieder aktiv auf ihren erfolgreichen Widerstand gegen das NS-Regime und begann ihre Partisanengrabmäler zu sanieren. Die Folge waren zahlreiche Übergriffe. Allein das Grabdenkmal in Ebenthal wurde in den fünf Monaten nach seiner Einweihung im Juni 1971 dreimal geschändet und musste zuletzt sogar komplett neu errichtet werden.

Nach der Neuanlage des Ferlacher Friedhofes errichtete der Verband der Kärntner Partisanen dort 1959 eine eigene Gedenkstätte, die an alle Kämpfer und Kämpferinnen für ein freies Österreich erinnert. 1972, wenige Tage nachdem unter Landeshauptmann Sima ein Teil der seit 1955 ausstehenden zweisprachigen Ortstafeln aufgestellt wurde, fiel auch diese Gedenkstätte einem vandalistischen Akt zum Opfer. 1973 wurde das Grabdenkmal in Köttmannsdorf mit Farbe beschmiert. In den genannten Fällen wurde niemand zur Verantwortung gezogen.

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